Musik & Konzerte

Haydn: Il segreto di Susanna – La notte di un nevrastenico

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Über die Veranstaltung

Die Zigarette: eine „verführerische Geliebte“ oder die verräterische Spur eines heimlichen Liebhabers? Das ist die zentrale Frage, um die sich das „Intermezzo in un atto“ von Ermanno Wolf-Ferrari dreht. Fein orchestriert und erstmals im Dezember 1909 am Hoftheater in München aufgeführt, ist die Handlung dieser Farce schnell erzählt: Ein Mann nimmt in seinem Haus Tabakgeruch wahr und vermutet sofort die Anwesenheit eines „fremden Rauchers“ und zugleich eines Rivalen in der Liebe. Erst am Ende gesteht die Ehefrau, dass sie selbst heimlich raucht. So löst sich das vermeintliche Drama der Eifersucht buchstäblich „in Rauch auf“.



„Ich rauche Zigarren und glaube nicht an Gott“, gesteht die „emanzipierte“ deutsche Schriftstellerin und Feministin Louise Aston Mitte des 19. Jahrhunderts. Schwer zu sagen, was von beidem skandalöser war – auch zur Zeit der Belle Époque.



Ein Neurastheniker erklärt dem Lärm den Krieg. In der kurzen Oper von Nino Rota bucht ein „nervenschwacher“ Mann auf der Suche nach Stille ein Hotelzimmer sowie die beiden angrenzenden Zimmer, um ungestört schlafen zu können – nur um schließlich doch keine Ruhe zu finden. In dieser Farce aus dem Jahr 1959 verleiht der Komponist – der in den 1950er- und 1960er-Jahren durch seine Filmmusiken für Federico Fellini und Luchino Visconti berühmt wurde – der italienischen Opera buffa ein neues Gewand. Wieder einmal viel Lärm um nichts, dafür aber umso mehr Vergnügen.